PASSION für Soli (Sopran, Alt, Bariton), gemischten Chor, Sprecher,
Blasorchester und Orgel

von Werner Brüggemann

Kurz vor seinem allzu frühen Tod schrieb der international bekannte oberösterreichische Komponist Werner Brüggemann noch ein großes Werk mit dem Titel „PASSION nach Matthäus“. Er widmete dieses sein tiefsinniges „Musikalisches Testament“ seiner Frau Friederike. Die ursprüngliche Fassung dieses abendfüllenden Werkes weist eine Besetzung von Soli, gemischten Chor, Orchester, Orgel, elektronische Instrumente sowie einen umfangreichen Percussiunssatz auf. In dieser Fassung erlebte Brüggemanns „Passion“ im November des Jahres 1994 in Linz ihre Uraufführung. Wie in seinen anderen beiden großangelegten sakralen Kompositionen, der „Österreichischen Volksmesse“ (1978) und der „Linzer Messe“ (1990), so lässt sich Brüggemanns Musik auch hier stilistisch schwer einordnen. Seine zeitgemäße, tonale Tonsprache geht ganz eigenständige Wege. Sie unterwirft sich keinen modischen Zeitströmungen. Der etwas verhaltene Ausdruck passt hervorragend zum Grundthema dieses geistlichen Werkes. Sämtliche Liedtexte sowie die Auswahl der Bibeltexte stammen übrigens von Hans Dieter Mairinger. Die rund einstündige Komposition enthält zahlreiche Momente, in denen der Text besonders charakteristisch ausgedeutet wird. Vielleicht ist die Nr. 13 mit der innigen Bitte „Herr, erlöse uns durch dein Leiden“ das Herzstück der gesamten Komposition.

Seit kurzem liegt nun auch eine neue Fassung der PASSION von Werner Brüggemann für Blasorchester vor. Diese Neufassung stammt aus der Feder des jungen und ambitionierten Tiroler Kapellmeisters Wolfgang Neurauter. Zum etwas reduzierten symphonischen Blasorchester (es sieht nur zwei Hörner und zwei Trompeten vor) treten relativ viele Schlaginstrumente hinzu. Die Grundbesetzung mit drei Gesangssolisten, gemischten Chor und Orgel behielt er natürlich bei. Sehr gekonnt setzt Neurauter das Blasorchester ein, sodass es einerseits nie die Solisten oder den Chor verdeckt, und andererseits auch nicht allzu durchsichtig klingt.

Summa summarum: Ein gelungenes abendfüllendes Werk von Werner Brüggemann, das Ausführende und Zuhörer gleichermaßen bereichert.

Gottfried Veit

© 2009 Editon Donauton